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About

Ich arbeite mit Malerei und unterschiedlichen Materialien, um Farbe als eine Form von Licht zu denken. Dabei interessiert mich weniger die Darstellung von Licht als vielmehr seine Wirkung: wie es Flächen strukturiert, lenkt und gleichzeitig verschiebt.

In meinen aktuellen Arbeiten trage ich Pigmente teilweise mit Sprühtechniken auf, um eine gerichtete, fast strahlenartige Verteilung zu erzeugen. Ähnlich wie Licht, das auf Oberflächen trifft, entstehen dabei Zonen von Intensität und Auslöschung, von Sichtbarkeit und Entzug. Illuminierte Bereiche stehen im direkten Verhältnis zu Schatten, die nicht nur Abwesenheit, sondern eigenständige Räume von Information darstellen.

Licht erscheint in diesem Kontext nicht als neutrales Mittel der Erkenntnis, sondern als ein aktiver Eingriff. Je stärker etwas beleuchtet wird, desto deutlicher tritt auch das hervor, was im Schatten bleibt. Wahrnehmung wird so zu einem Prozess, der immer auch Verzerrung produziert.

Diese Fragestellung knüpft an frühere Arbeiten an, in denen ich mediale Bildprozesse untersucht habe. Ausgangspunkt waren fotografische Motive, die über Projektionen gebrochen, erneut aufgenommen und mehrfach transformiert wurden. Durch diese Wiederholungen verschiebt sich die ursprüngliche Bildinformation zunehmend, verliert an Eindeutigkeit und bildet neue visuelle Zusammenhänge aus.

Die Arbeiten reflektieren damit auch gesellschaftliche Dynamiken, in denen sich aus identischen Ausgangsdaten unterschiedliche Wirklichkeiten entwickeln können. Bildproduktion und Wahrnehmung sind dabei untrennbar miteinander verbunden.

Gleichzeitig bleibt für mich die Bildfläche selbst zentral. Meine Arbeiten sollen unmittelbar visuell erfahrbar sein, unabhängig von theoretischem Vorwissen. Bedeutung entsteht nicht ausschließlich im Bild, sondern im Zusammenspiel mit der Wahrnehmung der Betrachter. In diesem Sinne verstehe ich das Sehen als einen aktiven Prozess, der das Werk erst vervollständigt.